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E-Prüfzeichen & ECE-Beleuchtung erklärt: Scheinwerfer- und Rückleuchtenkennzeichnungen lesen (HCR, DCR, RL, Pfeile, Referenzzahlen)

Luca Bianchi2. Oktober 20256 Min. Lesezeit2599 Aufrufe

Alle Kennzeichnungen einer ECE-genehmigten Leuchte entschlüsselt: Was die E-Nummer wirklich bedeutet, warum HCR nicht für „Halogen“ steht, was Pfeil und Referenzzahl bestimmen, welche Codes auf Rückleuchten und Blinkern stehen, welche R48-Regel für Tagfahrlicht und Blinker gilt und was ein E-Prüfzeichen bei der Hauptuntersuchung nicht automatisch garantiert.

ELERON • Leitfaden zu E-Prüfzeichen / ECE

Jeder genehmigte Scheinwerfer und jede genehmigte Rückleuchte in Europa trägt einen kleinen Block eingeprägter Kennzeichnungen — ein eingekreistes E mit einer Zahl, eine Genehmigungsnummer, Buchstaben wie HCR oder DCR und manchmal eine Zahl wie 25. Die meisten Fahrzeugbesitzer beachten sie nie; Prüfer dagegen immer. Dieser Leitfaden erklärt das gesamte System verständlich: was die E-Nummer tatsächlich aussagt (und was nicht), warum das „H“ in HCR nicht für Halogen steht, wie die Referenzzahl das Fernlicht begrenzt, was die Codes auf Rückleuchten bedeuten und welche eine Regel für Tagfahrlicht und Blinker tatsächlich aus einer Vorschrift stammt und nicht nur Konvention ist.

Die 60-Sekunden-Version

Ein E-Prüfzeichen (eingekreistes E + Zahl) bedeutet, dass die Leuchte gemäß einer UN-ECE-Regelung durch die Genehmigungsbehörde des Landes typgenehmigt wurde, das durch diese Zahl gekennzeichnet ist — E1 Deutschland, E4 Niederlande, E9 Spanien, E13 Luxemburg — und jede E-Nummer ist in allen Ländern, die die ECE-Regelungen anwenden, gleichermaßen gültig. Die Buchstaben zeigen, welche Funktionen genehmigt wurden: C Abblendlicht, R Fernlicht, CR beides; ein H-Präfix (HC, HR, HCR) bedeutet Klasse B — die leistungsstärkere Klasse, die sowohl bei Halogen- als auch bei LED-Scheinwerfern verwendet wird — und nicht „Halogen“; D (DC, DR, DCR) steht für Gasentladungs-/Xenonlicht; RL ist Tagfahrlicht, A eine vordere Begrenzungsleuchte und PL eine Kunststoffscheibe. Das in die Streuscheibe eingeprägte E-Prüfzeichen ist der Genehmigungsnachweis, nach dem Prüfer suchen — zusätzliche Unterlagen sind dafür nicht erforderlich. Was anschließend zählt, ist die korrekte Montage der Leuchte: Einstellung, Lichtfarben und fehlerfreie Elektrik.

Echte Kennzeichnungen auf einer Streuscheibe: das eingekreiste E mit Länderzahl, die Genehmigungsnummer und die Funktionsbuchstaben, anhand derer ein Prüfer erkennt, für welche Funktionen diese Leuchte geprüft wurde.

1) Aufbau eines E-Prüfzeichens — die vier Bestandteile

Eine typische Scheinwerferkennzeichnung kann beispielsweise ⓔ13  HCR  PL  25  05 1234 lauten. Aufgeschlüsselt:

① Eingekreistes E + Zahl — wer die Genehmigung erteilt hat

Das Land, dessen Typgenehmigungsbehörde die Leuchte geprüft und genehmigt hat. Die Zahl kennzeichnet die Genehmigungsbehörde, nicht das Land, in dem die Leuchte verwendet werden darf — siehe Abschnitt 2.

② Funktionsbuchstaben — wofür die Leuchte genehmigt ist

C, R, CR, HC, HCR, DC, DCR, RL, A, B/F3, 1, 1a, 1b … Jede Funktion einer kombinierten Leuchte erhält ihre eigenen Buchstaben, deshalb tragen moderne Scheinwerfer normalerweise mehrere Kennzeichnungsgruppen — erklärt in Abschnitt 3.

③ Genehmigungsnummer — welche Version der Vorschriften gilt

Die Ziffern nach dem Prüfzeichen. Die ersten beiden Ziffern geben die Änderungsserie der Regelung an, nach der die Leuchte genehmigt wurde (z. B. „05“ = Änderungsserie 05); der übrige Teil ist die individuelle Genehmigungsnummer.

④ Zusätzliche Symbole — Pfeil, PL, Referenzzahl

Ein horizontaler Pfeil auf bestimmten Scheinwerfern (Verkehrssystem), PL (Kunststoffscheibe) und eine Zahl wie 12.5, 25 oder 30 neben einer Fernlichtgenehmigung (der Referenzwert). Alle werden in Abschnitt 4 erklärt.

2) E-Nummern und Länder — spielt das Land eine Rolle?

Nein. Das ist eines der häufigsten Missverständnisse rund um E-Prüfzeichen: Eine E9-Leuchte ist nicht nur „in Spanien legal“ und eine E1-Leuchte ist nicht „stärker genehmigt“ als eine E13-Leuchte. Die Zahl zeigt lediglich, welche Behörde die Prüfung durchgeführt hat; die Genehmigung selbst wird von allen Ländern anerkannt, die die UN-ECE-Regelungen anwenden. Häufig anzutreffende Nummern:

Kennzeichnung Genehmigungsland Kennzeichnung Genehmigungsland
E1DeutschlandE11Vereinigtes Königreich
E2FrankreichE13Luxemburg
E3ItalienE20Polen
E4NiederlandeE24Irland
E9SpanienE36Litauen

E13 (Luxemburg) und E4 (Niederlande) sind auf sehr vielen Zubehörleuchten zu finden, weil ihre Behörden von Zertifizierungslaboren häufig genutzt werden — über Qualität oder Umfang der Leuchte sagt das nichts aus.

3) Scheinwerfer-Funktionscodes — die korrigierte Legende

Die Buchstaben auf Scheinwerfern folgen einer einfachen Logik: C = Abblendlicht, R = Fernlicht, CR = beide Funktionen in einer Einheit, C/R = beide Funktionen, aber nicht gleichzeitig nutzbar. Ein Präfix kennzeichnet die Klasse oder Technologie:

Code Bedeutung
C · R · CR Abblendlicht · Fernlicht · beides — Scheinwerfer der Klasse A (die niedrigere photometrische Klasse; ältere Glühlampen-Konstruktionen).
HC · HR · HCR Abblendlicht · Fernlicht · beides — Scheinwerfer der Klasse B. Das H kennzeichnet die leistungsstärkere Klasse, nicht die Lichtquelle: Sowohl Halogen- als auch LED-Scheinwerfer, die nach R112 genehmigt wurden, tragen diese Buchstaben. Ein LED-Scheinwerfer mit HCR-Kennzeichnung ist korrekt gekennzeichnet.
DC · DR · DCR Abblendlicht · Fernlicht · beides — Gasentladungs-/HID-/Xenon-Scheinwerfer, genehmigt nach R98.
HC/R · DC/R Abblend- und Fernlicht, die nicht gleichzeitig eingeschaltet sein dürfen — erkennbar am Schrägstrich.
Gemischt, z. B. DCHR Bei kombinierten Einheiten werden alle Funktionen aufgeführt: DCHR = Xenon-Abblendlicht + Fernlicht der Klasse B in einem Gehäuse.
C-BS · CR-BS · WCR-DS… Symmetrischer Abblendlichtscheinwerfer (flache Hell-Dunkel-Grenze), genehmigt nach R113 — eine eigene Kategorie mit eigenen Codes: Das S kennzeichnet „symmetrisch“, der davorstehende Buchstabe die Klasse (A–E). Ein flacher Lichtkegel mit dieser Kennzeichnung ist korrekt gekennzeichnet und kein Scheinwerfer, dem „HCR fehlt“.
RL Tagfahrleuchte (R87).
A Vordere Begrenzungsleuchte / Standlicht (R7).
B · F3 Nebelscheinwerfer (R19) — B bei älteren Genehmigungen, F3 bei aktuellen.
1 · 1a · 1b Kategorien vorderer Fahrtrichtungsanzeiger (R6) — die Zahl hängt vom Abstand des Blinkers zum Abblendlicht ab.
PL Kunststoff-Lichtscheibe — das Material hat die vorgeschriebenen Abrieb-, Witterungs- und Chemikalienbeständigkeitstests für Polycarbonat bestanden.
→ / ↔ (falls vorhanden) Symbol für das Verkehrssystem auf bestimmten Scheinwerfern. Kein Pfeil entspricht der normalen Konfiguration für Rechtsverkehr — immer zusammen mit dem Abblendlichtcode lesen, siehe Abschnitt 4.
Die Kurzlegende. Wichtigster Stolperstein: Das H in HC/HR/HCR bedeutet Klasse B, nicht Halogen.

4) Pfeil, Referenzzahl, PL und R149

Der Pfeil — immer zusammen mit dem Scheinwerfercode lesen

Bei einer asymmetrischen Abblendlichtgenehmigung (HC/HCR- und DC/DCR-Familien) kennzeichnet der Pfeil für die Verkehrsrichtung, für welches Verkehrssystem der Scheinwerfer genehmigt ist. Kein Pfeil steht für die normale Rechtsverkehr-Ausführung; ein einzelner horizontaler Pfeil kennzeichnet einen ausschließlich für Linksverkehr genehmigten Scheinwerfer; ein Doppelpfeil (↔) kennzeichnet einen Scheinwerfer, der für beide Verkehrssysteme genehmigt ist.

Die Eignung für eine Verkehrsseite sollte nicht allein anhand der sichtbaren Hell-Dunkel-Grenze beurteilt werden. Symmetrische Scheinwerfer mit flacher Hell-Dunkel-Grenze bilden eine eigene UN-Genehmigungskategorie — Regelung 113 — mit eigenen Funktionscodes, erkennbar am S-Suffix und einem Klassenbuchstaben: C-BS, CR-BS, WCR-DS usw. Eine kombinierte Leuchte kann außerdem Pfeile für andere Funktionen tragen; deshalb müssen Abblendlichtcode und der dazugehörige Pfeil immer gemeinsam gelesen werden.

Die Referenzzahl — das Fernlicht-Budget

Eine Zahl wie 12.5, 17.5, 25 oder 30 neben einer Fernlichtgenehmigung ist keine Helligkeitsbewertung, sondern ein Einbauwert. Nach R48 dürfen die Referenzzahlen aller gleichzeitig einschaltbaren Fernscheinwerfer zusammen höchstens 100 ergeben. Das entspricht maximal 430.000 cd am Fahrzeug. Ein Paar mit Referenzzahl 30 ergibt zusammen 60; kommen zusätzliche Fernscheinwerfer hinzu, wird dieses Budget relevant.

PL — Kunststoff-Lichtscheibe

Fast jede moderne Leuchte besitzt eine Polycarbonat-Lichtscheibe. PL bestätigt, dass das Material die vorgeschriebenen Prüfungen auf Abrieb, Witterungsbeständigkeit, Feuchtigkeit und Chemikalienbeständigkeit bestanden hat — der Unterschied zwischen einer Scheibe, die klar bleibt, und einer, die nach drei Sommern vergilbt.

R149 — die neue Kennzeichnung, die immer häufiger auftaucht

Seit Ende 2021 werden neue Scheinwerfergenehmigungen nach UN R149 („Road Illumination Devices“) erteilt. Diese technologieunabhängige Regelung fasst R112, R98, R113, R123 und R119 zusammen. Nach R149 genehmigte Leuchten tragen eine anders aufgebaute Kennzeichnung, teilweise mit einem kompakten „Unique Identifier“-Code anstelle des klassischen Layouts. Bestehende R112-/R98-Genehmigungen bleiben vollständig gültig — eine Kennzeichnung nach älterem Muster ist nicht abgelaufen.

5) Codes für Rückleuchten und Blinker

Dieselbe Systematik gilt auch am Heck. Eine Rückleuchte trägt normalerweise mehrere Kennzeichnungsgruppen:

Code Bedeutung
R · R1 · R2Schlussleuchte / hintere Begrenzungsleuchte, R7 — Varianten nach Lichtstärke.
S1 · S2Bremsleuchte, R7 — S1 mit einer Intensitätsstufe, S2 mit variabler Intensität.
FNebelschlussleuchte, R38 — rot und in Europa auf der Fahrerseite oder mittig vorgeschrieben.
ARRückfahrleuchte, R23 — ausschließlich weiß.
2a · 2bKategorien hinterer Fahrtrichtungsanzeiger, R6 — gelb/amber; 2b mit variabler Intensität.
5 · 6Kategorien seitlicher Fahrtrichtungsanzeiger, R6.
LHintere Kennzeichenleuchte, R4.
IAKlasse des hinteren Rückstrahlers, R3 — der rote Rückstrahler muss auch bei einer LED-Rückleuchte vorhanden sein.

Auch die Blinkfrequenz ist geregelt: 90 ± 30 Blinkimpulse pro Minute (60–120). Eine höhere Frequenz nach einem Leuchtenwechsel ist „Hyper-Flash“ — eine Reaktion der Lastüberwachung, die wir in unserem CANBUS- & Hyper-Flash-Leitfaden behandeln.

6) Tagfahrlicht + Blinker: die tatsächliche Regel

Häufig liest man, dass „das Tagfahrlicht beim Blinken gedimmt werden sollte“. Die Vorschrift (UN R48, §6.19.7) ist genauer — und es lohnt sich, sie exakt zu kennen, denn Prüfer tun das ebenfalls:

  • Tagfahrlicht und Blinker nutzen dieselbe Lichtquelle oder Lichtaustrittsfläche („gegenseitig integriert“): Das Tagfahrlicht auf dieser Seite muss während der gesamten Aktivität des Blinkers ausgeschaltet sein — sowohl während der Ein- als auch während der Aus-Phase jedes Blinkimpulses.
  • Tagfahrlicht befindet sich innerhalb von 40 mm zum Blinker: Das Tagfahrlicht auf dieser Seite darf während des Blinkens ausgeschaltet oder gedimmt werden — erlaubt, aber nicht zwingend vorgeschrieben.
  • Tagfahrlicht ist mehr als 40 mm entfernt: keine entsprechende Anforderung; das Tagfahrlicht darf mit voller Intensität eingeschaltet bleiben.

Der Hintergrund ist der Kontrast: Ein gelbes Blinksignal direkt neben einem hellen weißen Tagfahrlicht ist auf einen Blick schwerer wahrzunehmen. Gut entwickelte LED-Scheinwerfer mit einer DRL-Leiste, die bis zum Blinker reicht, lösen das elektronisch — das DRL-Segment auf der blinkenden Seite wird ausgeschaltet oder gedimmt und kehrt unmittelbar nach dem Ende des Blinksignals zurück.

Der gegenseitig integrierte Fall in der Praxis. Links: DRL-Leiste eingeschaltet. Rechts: Das DRL-Segment auf der blinkenden Seite bleibt während des gesamten Blinkerzyklus ausgeschaltet, während der gelbe Laufblinker arbeitet — genau das verlangt R48 §6.19.7.6, wenn beide Funktionen dieselbe Lichtquelle nutzen.

7) Korrekt eingebaut — die andere Hälfte der Prüfung

Das E-Prüfzeichen beantwortet die erste Frage eines Prüfers — ist diese Leuchte genehmigt? — direkt auf der Lichtscheibe: Die eingeprägte Kennzeichnung ist der Nachweis, ein zusätzliches Zertifikat oder andere Unterlagen werden dafür nicht verlangt. Die zweite Frage lautet, ob die genehmigte Leuchte am Fahrzeug korrekt eingebaut ist und ordnungsgemäß funktioniert. Hier beginnen die praktischen Kontrollen:

  • Scheinwerfereinstellung innerhalb des Toleranzbereichs, kein Licht oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze — siehe unseren Leitfaden zur Scheinwerfereinstellung.
  • Farben und Verkabelung korrekt — vorne weiß, Blinker gelb/amber, hinten rot — sowie Blinkfrequenz von 60–120/min ohne Lampenausfall-Warnungen.
  • Fernlicht-Referenzzahlen zusammen maximal 100, wenn Zusatzscheinwerfer montiert werden.
  • Alle vorgeschriebenen Funktionen vorhanden und funktionsfähig — Rückstrahler, Nebelschlussleuchte, Tagfahrlicht, das mit der Zündung aktiviert wird.
  • Leuchtweitenregulierung funktioniert, sofern vorhanden, und keine Beleuchtungsfehler im Kombiinstrument.
  • Die Leuchte wird in ihrer Alltagskonfiguration verwendet: Bei Scheinwerfern mit umschaltbarem Tagfahrlicht ist Weiß die normale Einstellung, zusätzliche Farben sind eine Styling-Option — entsprechend dem vorgesehenen Zweck und den lokalen Anforderungen verwenden. Die vollständige Logik erklären wir im CSL-DRL-Leitfaden.

8) Checkliste für die Prüfung: Was Prüfer kontrollieren

Ob TÜV, MOT, ITV, Contrôle Technique oder Techninė apžiūra — bei der Beleuchtungsprüfung werden im Wesentlichen dieselben Punkte kontrolliert. Fünf Minuten Prüfung vor dem Termin können eine Nachprüfung ersparen:

  • Kennzeichnungen vorhanden und lesbar — eingekreistes E und Funktionsbuchstaben auf jeder Leuchte. Genau diese Kennzeichnungen liest der Prüfer; zusätzliche Dokumente werden dafür nicht verlangt.
  • Abblendlicht korrekt eingestellt, innerhalb des Toleranzbereichs und ohne Licht oberhalb der Hell-Dunkel-Grenze. Vorab mit der 1%-Wandmethode kontrollieren.
  • Lichtfarben: vorne weiß, Blinker gelb/amber, hinten rot, Rückfahrlicht weiß, Nebelschlussleuchte rot.
  • Blinkfrequenz 60–120 pro Minute auf beiden Seiten, keine Lampenausfall-Warnungen.
  • Verhalten des Tagfahrlichts — mit der Zündung aktiv und Vorrang für den Blinker, sofern die Konstruktion dies verlangt.
  • Leuchtweitenregulierung funktioniert, sofern vorhanden; keine Meldung „Adaptive Headlight“ oder vergleichbare Fehler im Kombiinstrument.
  • Lichtscheiben klar und trocken — siehe Abschnitt Kondensation weiter unten.

Kurz zur Einstellung: Die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts sollte pro Meter Abstand zur Wand etwa 1 cm tiefer liegen (7,6 cm bei 7,6 m). Der exakte Wert für dein Fahrzeug steht auf dem Einstellaufkleber unter der Motorhaube — normalerweise 1,0–1,5%. Die vollständige Methode, die Bedeutung des Aufklebers und die Funktionsweise von Scheinwerfereinstellgeräten erklären wir im Leitfaden zur Scheinwerfereinstellung.

1 cm Absenkung pro Meter — die Vorabkontrolle, die verhindert, dass der Lichtkegel in den Blendbereich gerät.

9) Kondensation oder Feuchtigkeit — was ist ein Defekt?

Normal: leichter Beschlag, der wieder verschwindet

Jeder Scheinwerfer besitzt Entlüftungen und gleicht darüber Luft und Feuchtigkeit aus. Ein leichter, gleichmäßiger Beschlag nach einer kalten Nacht oder einer Fahrzeugwäsche, der nach einigen Minuten bei eingeschaltetem Licht verschwindet, ist Physik und kein Defekt. Prüfer beanstanden das nicht, und es verursacht keinen Schaden.

Defekt: Tropfen und stehendes Wasser, das bleibt

Sichtbare Wassertropfen, Wasserlinien oder Ansammlungen in einer unteren Ecke, die über Tage bestehen bleiben, bedeuten, dass die Abdichtung versagt hat. Diese Feuchtigkeit korrodiert Steckverbindungen und zerstört LED- und Steuergeräte — genau die Fehlerkette hinter vielen Fällen von „eine Seite funktioniert plötzlich nicht mehr“. Dokumentieren und beheben.

Links: harmloser Beschlag. Rechts: undichte Abdichtung. Der Test ist einfach — verschwindet die Feuchtigkeit, wenn die Leuchte in Betrieb ist?

10) Downloads — ausdrucken und ins Handschuhfach legen

11) Häufige Fragen — E-Prüfzeichen und ECE-Beleuchtung

Was bedeutet das E-Prüfzeichen auf einem Scheinwerfer?
Ein eingekreistes E mit einer Zahl bedeutet, dass die Leuchte nach einer UN-ECE-Regelung durch die Genehmigungsbehörde des mit dieser Zahl gekennzeichneten Landes typgenehmigt wurde (E1 Deutschland, E4 Niederlande, E9 Spanien, E13 Luxemburg …). Die danebenstehenden Buchstaben zeigen die genehmigten Funktionen, und die Genehmigungsnummer kennzeichnet die konkrete Genehmigung sowie die Änderungsserie der Regelung, nach der geprüft wurde.
Spielt es eine Rolle, aus welchem Land die E-Nummer einer Leuchte stammt?
Nein. Jede E-Nummer ist in jedem Land, das die ECE-Regelungen anwendet, gleichermaßen gültig — eine E13-Genehmigung aus Luxemburg oder E4 aus den Niederlanden wird in Deutschland, Polen, Litauen oder im Vereinigten Königreich genauso anerkannt wie E1. Die Nummer sagt, wer die Leuchte geprüft hat, nicht wo sie verwendet werden darf.
Bedeutet HCR, dass der Scheinwerfer Halogen verwendet? Mein LED-Scheinwerfer trägt HCR.
Nein — das H bedeutet Klasse B, die höhere photometrische Leistungsklasse nach UN R112, die sowohl Glühlampen als auch LED-Module umfasst. C steht für Abblendlicht, R für Fernlicht; HCR bedeutet also einen Klasse-B-Scheinwerfer mit beiden Funktionen. Ein LED-Scheinwerfer mit HCR-Kennzeichnung ist korrekt gekennzeichnet. Nur das D-Präfix (DC, DR, DCR) identifiziert eine Lichtquellentechnologie: Gasentladung/Xenon.
Macht ein E-Prüfzeichen den Scheinwerfer an meinem Auto automatisch legal?
Ja — das E-Prüfzeichen ist die Genehmigung, nach der Prüfer suchen, und die in die Lichtscheibe eingeprägte Kennzeichnung ist der Nachweis dafür; bei der Prüfung ist dafür kein separates Zertifikat oder Dokument erforderlich. Entscheidend bleibt jedoch die korrekte Montage der Leuchte: Einstellung innerhalb der Toleranz, richtige Lichtfarben, fehlerfreie Verkabelung und Verwendung in der vorgesehenen Alltagskonfiguration. Sind diese Punkte erfüllt, wird ein E-gekennzeichneter Scheinwerfer wie ein serienmäßiger geprüft.
Was bedeutet die Referenzzahl (12.5, 25, 30) auf einem Scheinwerfer?
Sie ist ein Einbauwert für das Fernlicht und keine Helligkeitsbewertung. Die Referenzzahlen aller gleichzeitig einschaltbaren Fernscheinwerfer am Fahrzeug dürfen zusammen höchstens 100 ergeben — die R48-Obergrenze, die 430.000 cd entspricht. Relevant wird das vor allem, wenn zusätzliche Fernscheinwerfer zur Serienbeleuchtung montiert werden.
Muss sich das Tagfahrlicht ausschalten, wenn der Blinker aktiv ist?
Nur in einem bestimmten Fall. Nach UN R48 muss sich das Tagfahrlicht auf der betreffenden Seite für den gesamten Blinkerzyklus ausschalten, wenn Tagfahrlicht und vorderer Fahrtrichtungsanzeiger dieselbe Lichtquelle oder Lichtaustrittsfläche nutzen („gegenseitig integriert“). Liegen sie innerhalb von 40 mm zueinander, darf das Tagfahrlicht ausgeschaltet oder gedimmt werden, muss aber nicht. Bei größerem Abstand besteht keine entsprechende Anforderung.
Ist Kondensation im Scheinwerfer ein Defekt?
Leichter, gleichmäßiger Beschlag nach Temperaturwechseln, der bei eingeschalteter Leuchte wieder verschwindet, ist normal — Scheinwerfer sind belüftet und tauschen Luft aus. Dauerhafte Tropfen, Wasserlinien oder Wasseransammlungen, die über Tage bestehen bleiben, deuten dagegen auf eine defekte Abdichtung hin. Diese Feuchtigkeit kann Steckverbindungen und Steuergeräte korrodieren und sollte dokumentiert und behoben werden.
Haben ELERON-Scheinwerfer ein E-Prüfzeichen?
Der Genehmigungsstatus ist auf jeder Produktseite angegeben. Ist eine Leuchte E-gekennzeichnet, sind die Kennzeichnungen in die Lichtscheibe eingeprägt und in der Produktgalerie zu sehen — sie lassen sich mit der obenstehenden Legende genauso lesen wie bei jeder anderen Leuchte. Genau diese Kennzeichnung liest auch der Prüfer. Mehrfarbige DRL-Versionen sind so ausgelegt, dass der weiße Modus die Alltagskonfiguration darstellt — zusätzliche Farben entsprechend dem vorgesehenen Zweck und den lokalen Anforderungen verwenden.

Kennzeichnungen verstanden — jetzt zu den zwei Dingen, die Prüfer messen

Auch eine genehmigte Leuchte benötigt eine korrekte Einstellung und fehlerfreie Verkabelung. Die beiden folgenden Leitfäden behandeln genau diese Themen; der Identifikationsleitfaden hilft, wenn du zunächst nicht sicher bist, welche Scheinwerfer dein BMW ab Werk besitzt.

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